Arbeit und Arbeitsregulierung im Finanzmarktkapitalismus: by Thomas Haipeter, Erich Latniak, Steffen Lehndorff

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By Thomas Haipeter, Erich Latniak, Steffen Lehndorff

Der Begriff des Finanzmarktkapitalismus wird in der deutschen Soziologie vielfach als neue Interpretationsfolie der aktuellen Entwicklungstendenzen des Kapitalismus genutzt. Die Akzentuierung der analytischen Inhalte, die mit dem Begriff jeweils verbunden werden, ist dabei breit gefächert. Im vorliegenden Band werden Brücken geschlagen zwischen der sich darum entwickelnden theoretischen Diskussion und einer anwendungsorientierten Arbeitsforschung. Daraus ergeben sich auch neue Anregungen für die soziologische Debatte über den Finanzmarktkapitalismus. Das Buch versammelt Arbeiten aus verschiedenen Forschungsvorhaben der Abteilung Arbeitszeit und Arbeitsorganisation am Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen.

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Dies zeigt, wie verbreitet die Finanzialisierung als Deutungs- und Legitimationsrahmen geworden ist, aber auch wie widersprüchlich und wenig konsistent die soziale Wirklichkeit in den Unternehmen ist und wie selten sie der Referenzfolie des Begriffs genau entspricht. Zweitens bedürfen auch die Auswirkungen des Finanzmarktkapitalismus auf die Arbeitsregulierung einerseits und die Arbeitsorganisation andererseits weiterer Klärung. Dies zeigt sich am deutlichsten in der Frage der Arbeitsorganisation.

Boes 2003, S. 136), in der durch die spezifische Form der Autonomie im Arbeitsprozess und einer zunehmenden Ökonomisierung eine neue Form der Kommodifizierung des Subjekts angelegt sei. 50 Erich Latniak vergleichbar vorkommen. Dort bleiben Abläufe und Ausführung der Tätigkeit weitgehend vorgegeben bzw. sie ergeben sich aus den Produktionsabläufen, bei (je nach Tätigkeitsfeld) geringen Variationsmöglichkeiten. Dafür soll ein Verständnis betrieblicher Steuerungs- und Kontrollprozesse genutzt werden, das zwei Aspekte analytisch unterscheidet, die in der Bedeutung des englischen Ausdrucks ‚control‘ zusammenfallen: Dies ist einerseits der Herrschafts- und Machtaspekt betrieblicher Kontrolle durch das Management, wie er etwa in der ‚Labour process’- Debatte in der Nachfolge von Braverman (1977) entfaltet wurde.

25) bringt die Öffnung des (im tayloristischen Produktionsmodell) gegen die Turbulenzen des (Produkt-)Marktes abgeschotteten und nach eigenen Prinzipien rationalisierten Produktionsbereichs hin zu Produkt- und Finanzmärkten auf den Begriff. Dies bringe aber ein Kontrollproblem mit sich, denn „… das Arbeitsergebnis ist bei komplexer werdenden Aufgaben nicht vorab sicherzustellen. Vermarktlichung ist nicht nur ein Steuerungsmodell für das Management, sondern schlägt durch bis auf die Beschäftigten; es zählt […] nur, ob sie die Ziele erreichen, die mit ihnen vereinbart worden sind […].

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